Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Niederhadamar


Brandbekämpfung in Niederhadamar vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

In den Jahren vor der Gründung der Niederhadamarer Feuerwehr und dem Bau der Wasserleitung war das Löschen eines Brandes eine sehr schwierige Angelegenheit. Das benötigte Wasser mußte aus dem im Ort gelegenen Brandweiher mittels Feuereimer geschöpft und bis zu der am Einsatzort aufgestellten Druckspritze herangebracht werden. Dazu waren je nach Entfernung des Brandherdes viele Helfer nötig, die eine lange Kette bildeten, um sich das Wasser in den Eimern gegenseitig zuzureichen. In diesen Jahren war es die Pflicht aller Hausbesitzer, einen Feuereimer zu besitzen und diesen im Fall eines Brandes mitzubringen.

Das Heranbringen des Wassers im Brandfalle war vorwiegend Aufgabe der Pflichtfeuerwehr, zu der jede gesunde Mann im Alter von 18 bis 50 Jahren herangezogen wurde.
Erst im Jahr 1903, als der Bau der Wasserleitung abgeschlossen und eine Freiwillige Feuerwehr gegründet war, wurde die Brandbekämpfung wesentlich erleichtert. Es konnte nun in fast allen Fällen ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Gebäude verhindert werden.


Die Gründung


Der Gründungstag der Freiwilligen Feuerwehr Niederhadamar war der 16. März 1902. Im alten Rathaus meldeten sich, nach der damals ortsüblichen Bekanntmachung, spontan 23 junge Männer zur Gründung einer Wehr.

In der kurz darauf folgenden beschlußfassenden Versammlung in der Gastwirtschaft Peter Ries wurde der Vorstand gewählt, der sich wie folgt zusammensetzte:

1. Kommandant: Jakob Becker

Stellvertreter: Peter Duchscherer

Kassierer: Josef Kalteier

Schriftführer: Peter Ries


Anlaß der Wehrgründung


Im Jahre 1897 wurden bei einem Hausbrand der Familie Adolf Jung (Mainzer Landstraße) zwei Kinder im Alter von vier und fünf Jahren Opfer der Flammen. Schnelle Hilfe hätte dieses Unglück verhindern können. Aus diesem Anlaß wurde eine Freiwillige Feuerwehr gegründet, die bei einem Brand schnellstens zur Stelle sein konnte.

Den Anlaß, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen, die bei einem Brand schnellstens zur Stelle sein konnte, hatte ein im Jahr 1897 stattgefundener Hausbrand bei der Familie Adolf Jung, Mainzer Landstraße, gegeben, bei dem zwei Kinder im Alter von vier und fünf Jahren Opfer der Flammen wurden. Schnelle Hilfe hätte dieses Unglück verhindern können.


Die ersten Jahre der Freiwilligen Feuerwehr Niederhadamar


1905 fand der erste Wechsel in der Wehr statt: An Stelle des 1. Kommandanten Becker wurde der seitherige Stellvertreter Peter Duchscherer zum 1. Kommandanten gewählt. Zu seinem Stellvertreter wurde Jakob Braun.

In den ersten Jahren ihres Bestehens fand die Wehr bei der damaligen, jeglichen Fortschritts abholden Gemeindevertretung, keinerlei Unterstützung ihrer lebensnotwendigen Belange. Alle Unkosten, die bei der Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen und Uniformen der Wehr entstanden, mußten die Wehrmänner aus der eigenen Vereinskasse bestreiten. Es zeugte schon von einem großen Idealismus, wenn allem zum Trotze die Freiwilligen Feuerwehr nicht resignierte, sondern die Mitgliederzahl von 40 Mann erhöhen konnte. Der bemerkenswerte Aufstieg der Feuerwehr war vor allem dem äußerst rührigen 1. Kommandanten Peter Duchscherer zu verdanken, der es verstand, die Feuerwehrkameraden zusammenzuführen und auszubilden.

Im Jahre 1909 erhielt die Wehr ein Trommler- und Pfeifenkorps, das leider nach dem 1. Weltkrieg nicht mehr wieder aufgebaut werden konnte.


Die Zeit während und nach dem 1. Weltkrieg


Der 1. Weltkrieg von 1914 - 1918 forderte aus den Reihen der Wehr einige Opfer. Durch die Einberufung eines Großteils der Mitglieder schien die Wehr in ihrem Bestande bedroht. Pflichtfeuerwehrleute traten in die Lücken und leisteten Hilfe, wo sich Notstände zeigten. Die Wehr trug den Charakter einer Hilfspolizeitruppe und wurde nach Beendigung des Krieges durch die Besatzungsbehörde als solche bewertet und überwacht. Doch der alte Feuerwehrgeist blieb lebendig. Nach Wiedereintreten einigermaßen geordneter Verhältnisse fanden sich die Mitglieder abermals zusammen, um ihre unfreiwillig unterbrochene Tätigkeit fortzuführen.

1919 übernahm wieder der 1. Kommandant Peter Duchscherer die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Niederhadamar. Er begann mit der Neuorganisation der Wehr und mit der Vervollständigung der erforderlichen Geräte und Ausrüstung. Hierbei stand ihm der derzeitige Bürgermeister Peter Johann Diefenbach und der Bezirksvorsitzende Diefenbach aus Eschhofen hilfsbereit und tatkräftig zur Seite.


Die 20er Jahre


Am 29. Mai 1922 übernahm der stellvertretende Kommandant Wilhelm Alexander Jung die Wehführung, nachdem Peter Duchscherer aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war. Duchscherer ist der Wehr langjährigster Kommandant und wurde für seine großen Verdienste zum Ehrenkommandanten ernannt.
Wilhelm Alexander Jung führte die Wehr in vorbildlicher Weise weiter. Am 13.9.1924 wurde im Rahmen der Generalversammlung in der Gastwirtschaft Stahl der langjährige stellvertretende Kommandant Jakob Braun infolge seines fortgeschrittenen Alters von Josef Stahl in seinem Amt abgelöst. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit und großen Verdienste wurde auch Jakob Braun zum Ehrenkommandanten ernannt.

1926 erhielt die Wehr seitens der Gemeinde, deren Vertreter inzwischen gewechselt und dem Brandbekämfungsgedanken aufgeschlossener gegenüberstanden, als erste größere Anschaffung eine fahrbare Ausziehleiter und einige Jahre später eine 400l Motorspritze der Marke DKW. Daß diese Feuerlöschgeräte damals angeschafft wurden, ist in erster Linie dem Feuerwehrmann und Mitbegründer der Wehr Karl Ries zu verdanken, der sich in seiner Eigenschaft als Gemeindevertreter immer wieder für die Belange der Feuerwehr einsetzte.

Am 19. Oktober 1926 erlitt die Wehr durch den plötzlichen Tod ihres ersten Kommandaten einen großen Verlust. Jung war einer der größten Feuerwehridealisten seiner Zeit. Sein Nachfolger wurde der bisherige 2. Kommandant Josef Stahl, der die Wehr in Jungs Sinne weiterführte. Neuer 2. Kommandant wurde Karl Müller.


Vom 25. - 27. Juni 1927 feierte die Wehr ihr 25-jähriges Stiftungsfest in Verbindung mit dem Bezirksverbandstag mit einem großen Fest in der Neuwiese. In diesem Rahmen wurden 13 Mitglieder für 25jährige treue Pflichterfüllung mit der Verdienstauszeichnung in Bronze, sowie dem Besitzzeugnis ausgezeichnet.


Die Zeit um den 2. Weltkrieg


1934 legte Josef Stahl sein Amt als 1. Kommandant nieder. An dessen Stelle trat der amtierende 2. Kommandant Karl Müller. Dessen Stellvertreter wurde nun Wilhelm Bellinger.

Auch der 2. Weltkrieg konnte trotz der schweren Verluste an Mensch und Material den Feuerwehrgedanken in Niederhadamar nicht zum Erliegen bringen. Viele Feuerwehrmänner wurden zum Kriegsdienst herangezogen und die hier verbliebenen in Hilfs- und Luftschutzdienste eingeteilt. Nach Beendigung des Krieges wurde jedoch die Neuordnung der Freiwilligen Feuerwehr wieder in Angriff genommen. Es darf als ein deutliches Zeichen innerer Berufung zum Dienst am Nächsten und alter Anhänglichkeit bewertet werden, daß sich die alten Wehrmänner und Gründer ausnahmslos wieder zum Dienst in der Feuerwehr einfanden. Besonders kann hervorgehoben werden, daß der Wehrführer Karl Müller, der die Wehr durch die harten Kriegsjahre geführt hatte, sich sofort wieder in die Reihen der Feuerwehr begab und aktiv am Neuaufbau der Feuerwehr mitwirkte.

Zum ersten Kommandanten wurde der langjährige Steigerführer Karl Schwertel gewählt, sein Stellvertreter wurde Johann Henninger. Im Frühjahr 1946 legte Karl Schwertel aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Der zweite Kommandant Johann Henninger wurde nun zum ersten Kommandanten berufen, sein Stellvertreter wurde Hermann Egenolf.

1947 erhielt die Wehr eine neue Sirene, die auf dem Dach der Schule montiert wurde.


Die 50er Jahre


Im Mai 1952 feierte die Freiwillige Feuerwehr Niederhadamar ihr 50jähriges Jubiläum, verbunden mit einer Ortsbrandmeistertagung des Kreisverbandes Limburg.

1953 legte der zweite Kommandant Hermann Egenolf sein Amt nieder. An seine Stelle trat der Kamerad Josef Fries. Auf der Jahreshauptversammlung am 19.3.55 wechselte abermals die Führung. Der seitherige erste Kommandant Johann Henninger, der rund 10 Jahre die Wehr vorbildlich geführt hatte, legte aus Gesundheitsgründen sein Amt nieder. Der zweite Kommandant, Josef Fries, wurde zum ersten Kommandanten ernannt, sein Stellvertreter wurde Johann Albert Schmidt. Infolge seiner großen Verdienste, die er sich beim Aufbau der neuen Wehr in treuer Pflichterfüllung erworben hatte, wurde Johann Henninger zum Ehrenkommandanten ernannt.

1959 wählte die Wehr eine neue Führungsspitze. Zum ersten Kommandanten wurde Josef Mais berufen. Ihm zur Seite als zweiter Kommandant wurde Alois Braun gewählt.


Die 60er Jahre


Das bevorstehende 60jährige Bestehen der Wehr warf bereits seine Schatten voraus. In zäher Kleinarbeit wurden die Vorbereitungen zu diesem Fest getroffen. Unter der Mitarbeit des Ehrenkommandanten Johann Henninger und des Kassierers Johann Gröschen standen den beiden Kommandanten Mais und Braun ein relativ junger Vorstand zur Verfügung. 1962 war es dann soweit. Trotz des regennassen Wetters im Mai hatte das Fest einen guten Erfolg. Eine Kommandantentagung des Kreisfeuerwehrverbandes Limburg krönte den Festverlauf. Als Geschenk der Stadt Hadamar konnte Bürgermeister Hofmann, der auch der Schirmherr des Festes war, der Wehr das erste motorisierte Fahrzeug (Tragkraftspritzenfahrzeug Ford FK1000) übergeben werden. Dazu gehörte eine neue Tragkraftspritze (TS 8/8 mit einer Leistung von 800l pro Minute). Eine neue Epoche in der Wehr war angebrochen. Nach dem Motto: "Wer schnell hilft, hilft doppelt", hat die Wehr Niederhadamar, dank ihrer Motorisierung, durch ihre schon sprichwörtliche Schnelligkeit geholfen, Brände in der Entstehung zu bekämpfen und größere Schäden zu verhindern.

Aber Schnelligkeit und Einsatzfreude allein genügten nicht mehr. Die Technik verlangt ihren Tribut und damit ausgebildete Feuerwehrleute. Wochenendlehrgänge der Feuerwehrschule Kassel wurden in Limburg besucht, sowie weiterführende Lehrgänge in der Landesfeuerwehrschule in Kassel. Auch Kommandant Josef Mais ging mit gutem Beispiel voran. Leider mußte er seinen Aufenthalt in der Landesfeuerwehrschule in Kassel unfreiwillig verlängern, da er sich durch einen Sturz im Schlauchturm eine schwere Wirbelsäulenverletzung zugezogen hatte und dadurch einige Wochen im Krankenhaus in Kassel verweilen mußte.

1964 wurde der neue Ortsbrandmeister der Stadt Hadamar gewählt. Die Wehr Hadamar stellte, wie besprochen, den Ortsbrandmeister Hermann Reusch; sein Stellvertreter stellte die Wehr Niederhadamar in dem Kameraden Karl-Heinz Theis.

Das Gerätehaus in der Dorfbachstraße entsprach mittlerweile nicht mehr den gestellten Anforderungen. Es wurden Pläne erdacht, ein neues zeitgerechtes Gerätehaus zu bauen.

1965 wurde die Wehr mit drei Atemschutzgeräten ausgerüstet. Hubert Diefenbach wurde 1966 zum 2. Kommandanten gewählt. Die Ortsbrandmeister Reusch und Theis bemühten sich um die Anschaffung je eines zweiten Fahrzeuges für die Wehren Hadamar und Niederhadamar. Die Ausbeute war ein ausgedientes Postauto für Hadamar und ein ausrangiertes Löschfahrzeug, Baujahr 1942, der Stadt Limburg für Niederhadamar. Mit sehr viel Arbeit wurden die Fahrzeuge durch Kameradenhände einsatzbereit gemacht. Bei der Taufe erhielt unser Fahrzeug den Spitznamen "Feuriger Elias". Dieser Name war wohl begründet wegen seines "Temperaments" und seiner geräuschvollen Schaltmöglichkeit. Jedenfalls war "Elias" gut zu gebrauchen und bei Besuchen von Feuerwehrfesten erzeugte er fröhliche Aufmerksamkeit.

Auch an Wettkampfübungen nahm die Wehr teil. Besonders zu erwähnen sei der Wettkampf in Niederbrechen 1967, als unsere Mannschaft fehlerfrei die Übung ablegte, welches bei der damaligen Ausschreibung hoch zu bewerten war. Dies wurde auch von dem Kreisbrandinspektor Willi Gemmer und der Presse entsprechend gewürdigt.

Ende des Jahres 1967 musste der 1. Kommandant Josef Mais aus Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Die Wehr würdigte seine Verdienste durch die Ernennung zum Ehrenkommandanten. An seine Stelle trat nun der seitherige stellvertretende Ortsbrandmeister Karl-Heinz Theis. Eine neue Arbeitsaufteilung wurde gefunden, in der bei gegenseitiger Ergänzung der 1. Wehrführer Karl-Heinz Theis technische, und der 2. Wehrführer Hubert Diefenbach die vereinsmäßige Führung inne hatte. In guter kameradschaftlicher Zusammenarbeit erbrachte dies für die kommenden Jahre eine sehr praktikable Lösung.

Im Juni 1968 war es dann soweit, daß das neue Gerätehaus feierlich übergeben werden konnte. Jedoch ohne Fleiß keinen Preis. Nicht nur, dass die Körperschaften der Stadt Hadamar, der Landkreis Limburg, als auch die Nassauische Brandversicherungsanstalt in Wiesbaden zur Kasse gebeten wurden, legten auch die Wehrmänner fleißig Hand an und erarbeiteten eine echte Eigenleistung von etwa 15 000 DM. Hierbei sei der Kamerad Alfons Weikert besonders erwähnt, der sich um den Bau des Hauses sehr verdient gemacht hat. Mit Stolz betrachtete man das neue Werk, welches mit dem Leitspruch der Feuerwehr in großen Lettern, von Karl Kalbas geschrieben, "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr", über den Toren verziert ist.

Die Satzungen der Wehr ließen bisher nur aktive Mitgliedschaft im Feuerwehrverein zu. Dies solle sich nun ändern. Man kam zu der Überzeugung, daß Feuerwehr nicht Sache einiger Aktiver sein darf, sondern zugänglich für alle Bürger sein sollte. Der Erfolg war verblüffend. Innerhalb eines Jahres konnten schon über 100 fördernde Mitglieder gezählt werden. Die Wehr war damit aus einer gewissen Isolation herausgetreten und hat sich zu einem echten Bürgerverein entwickelt. Hierdurch fand die aktive Wehr nun eine größere Unterstützung. Neben den Leistungen der Stadt Hadamar konnten nun zusätzlich Schlechtwetterbekleidung, Uniformen und Sonderausrüstungen angeschafft werden.


Die 70er Jahre


Im Fahrzeugpark gab es seit 1971 einige Veränderungen. Nachdem die Wehr Hadamar mit einem neuen Löschgruppenfahrzeug (LF 8) ausgerüstet wurde, kam das bisher in Hadamar stationierte LF 8 zur Wehr Niederhadamar. Durch diesen Tausch war man nun wieder ein Stück weiter, hatten wir doch endlich ein Löschgruppenfahrzeug mit einer Vorbaupumpe und einer Tragkraftspritze ausgerüstet, das in der Lage war, eine Löschgruppe von neun Mann aufzunehmen. Leider wollte nun unser alter, treuer "Elias" langsam aber sicher den Dienst versagen. Guter Rat war teuer und schon half uns ein Freund der Feuerwehr aus der Not. Die Firma Ing. Richard Jaeger, die schon immer die Wehr wohlwollend unterstützte, schenkte uns für geleistete Hilfen bei Bränden einen LKW Opel-Blitz mit einem kerngesunden Motor. Wie bei unserem "Elias" wurde auch dieser Wagen von unseren Wehrmännern zu einem Mannschafts- und Gerätewagen umfunktioniert.

Das alte Schulgebäude, welches noch zu Schulzwecken benutzt wurde und die Ausfahrt am Gerätehaus stark behinderte, sollte 1971 der Spitzhacke zum Opfer fallen. Auf seine letzten Tage diente es allerdings noch einer Großübung. Hierbei sollte erstmals die volle Schlagkraft der durch die Fusion der Gemeinden Niederzeuzheim, Oberzeuzheim, Steinbach, Oberweyer und Niederweyer in die Stadt Hadamar verstärkten Feuerwehren des gesamten Stadtgebietes demonstriert werden. Auch die durch gemeinsame Brandeinsätze geschätzten Kameraden aus Hundsangen waren mit von der Partie. Diese Übung war die Geburtsstunde vieler, später noch folgenden Gemeinschaftseinsätze und Übungen aller Stadtwehren.

Am 26. Juni 1973 erschreckten die Sirenen die morgendliche Stille. Das Anwesen der Familie Stehl in der Ringstraße stand in hellen Flammen. Ein zu spät erkannter Brand, der in Holz und chemischen Baustoffen reichlich Nahrung fand, konnte trotz des schnellen Eingreifen unserer Wehr, die durch die Kameraden aus Hadamar unterstützt wurden, erst nach über einer Stunde unter Kontrolle gebracht werden.

So wie dieser Brand waren und kamen noch viele Brände und Einsätze. Es aber sei der Chronik erhalten, daß bei allen Geschehnissen in Not und Gefahr, trotz vereinsmäßiger Selbständigkeit, die Kameraden der Wehren Hadamar und Niederhadamar eine vorbildliche Arbeitsgemeinschaft geworden sind. Die Eingliederung der Gemeinden Niederzeuzheim, Oberzeuzheim, Steinbach, Nieder- und Oberweyer in die Stadt Hadamar brachte aber auch eine Neuorganisation auf dem Gebiet des Brandschutzes mit sich. Eine gemeinsame Satzung für alle Feuerwehren der Stadt Hadamar wurde durch die Stadtverordnetenversammlung gegeben. Als Stadtbrandinspektor wurde unser derzeitiger Wehrführer Karl-Heinz Theis gewählt. Zwei Jahre später, 1979, trat Karl-Heinz Theis wegen Arbeitsüberlastung (Stadtbrandinspektor, Kreisausbilder, Vorstandsmitglied im Kreisfeuerwehrverband) als Wehrführer von Niederhadamar zurück. Sein Nachfolger wurde der seit 1966 amtierende zweite Wehrführer Hubert Diefenbach. Dessen Stellvertreter wurde Josef Schmidt.

Im Dezember 1976 ging der Wehr ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Bürgermeister Bellinger konnte, schon früher als geplant, der Wehr als Jubiläumsgeschenk für 1977 ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 8) übergeben. Somit ist die Wehr heute mit zwei Löschgruppenfahrzeugen und einem Schlauchhänger relativ gut ausgerüstet.


"Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr"